Der Grumsin − ein Buchenwald wie kein anderer

 

1990 wurde das UNESCO Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin gegründet. Der Grumsiner Forst ist ein bedeutender Teil dieses weitläufigen Naturschutzgebiets und steht für den basenreichen Tiefland-Buchenwaldtyp der Region "Mitteleuropäische Buchenwälder". 

Es handelt sich mit dem im Bereich der Endmoränen des Biosphärenreservates gelegenen Wald um den Idealtyp einer naturnahen jungen Endmoränenlandschaft mit starkem Relief und großer Vielfalt eingelagerter Wasserflächen.

Textquelle: Weltnaturerbe Grumsin

 

Der Buchenwald Grumsin im Biosphärenreservat Schorheide-Chorin teilt sich in zwei Zonen auf:

1. UNESCO Weltnaturerbe-Teilgebiet Buchenwald Grumsin − Einfach mal in Ruhe lassen!

Das Naturentwicklungsgebiet Buchenwald Grumsin, der Welterbeteil, umfasst 560 ha. und soll die Möglichkeit haben, sich ursprünglich "zurück" zu entwickeln. Das Betreten ist nur im Rahmen einer geführten Wanderung erlaubt, das Jagen oder Pilze sammeln ist hier verboten. Bäume, die auf dem Wanderweg entlang dieser wilden Zone fallen, werden in den Wald gezogen, um als sogenanntes Totholz für neues Leben zu sorgen. Seit über 20 Jahren darf es sich weitesgehend frei entfalten.


Durch die ausbleibende forstwirtschaftliche Nutzung konnte der Wald wieder zur Heimat für seltene Pflanzen- und Tierarten wie dem Schreiadler oder dem Schwarzstorch werden.


Aufgrund dieser positiven Entwicklung und seinen wirklich bemerkenswerten eiszeitlichen Spuren wie die vielen, oft mit Wasser gefüllten, Senken, seine Seen und Erlensümpfe sowie seine kleinen Kesselmoore oder die imposanten Granitfindlinge erhielt dieses Grumsin-Teilgebiet 2011 das hohe Schutzlabel UNESCO-Weltnaturerbestätte "Alte Buchenwälder Deutschlands".

Der Hainich in Thüringen, der Kellerwald in Hessen und die Wälder von Serrahn und Jasmund in Mecklenburg-Vorpommern stehen ebenfalls unter diesem UNESCO Weltnaturerbeschutz.
 

Zum Schutz dieser Zone findet 1 -2 Mal im Jahr eine von der Umweltbehörde genehmigte und besonders beaufsichtigte, eingeschränkte Drückjagd statt. Zu viel Wild würde einen starken Verbiss der jungen Pflanzen mit sich bringen und dem jungen Baumbewuchs sowie einer freien natürlichen Waldentwicklung schaden.

 

Geführte Wanderungen finden Sie hier.

2. Naturschutzgebiet Buchenwald Grumsin − Mensch und Natur im Einklang

Direkt um das streng geschützte Naturentwicklungsgebiet befindet sich die Puffer- bzw. die Schutzzone II. Hier darf Holz geerntet werden und Jagen ist erlaubt. Bitte wunderrn Sie sich nicht, wenn Sie Holzarbeiter im Wald sehen, an Holzstapel vorbei gehen oder eine Motorsäge hören.

Seien Sie versichert: Hier handelt es sich um nachhaltige Waldwirtschaft.

 

Innerhalb dieser Pufferzone führen vier wunderschöne, abwechslungsreiche Wanderwege durch den kraftvollen, artenreichen Buchenwald Grumsin, mal direkt entlang des Naturentwicklungsgebiets, mal offenbart sich auf dem weitläufigen Rundweg die Vielfalt des Biosphärenreservats.

Siehe Wanderwege "Immer dem Buchenblatt folgen"

 

Alle Wanderwege sind nicht barrierefrei. Bitte beachten Sie die Waldbrandgefahrenstufe!

Siehe weiter unten "Wir sind alle Gäste im Wald."

 

Wandern im Buchenwald Grumsin

Der Buchenwald Grumsin liegt quasi vor der Haustür von Angermünde und ist ein ganz besonderes Paradies für Naturfreunde und Wanderer. Entdecken Sie den Grumsin auf vier Wanderwegen, jeweils gekennzeichnet mit unterschiedlich farbigen Buchenblättern.

Immer dem Buchenblatt folgen!

Tipp! Erst informieren, dann los wandern!

Je mehr wir vom Eigenleben und der Artenvielfalt dieses Waldes kennen, desto achtsamer beobachten wir. Und je intensiver die Natur erlebt wird, desto glücklicher macht sie.

 

Der Informationspunkt Buchenwald Grumsin in Altkünkendorf oder das NABU-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle freuen sich auf Ihren Besuch.

Die beste Aussicht auf den Buchenwald Grumsin

Im April 2019 wurde der sanierte Kirchturm von Altkünkendorf eingeweiht. Der Aussichtsturm ist ein weiterer touristischer Mosaikstein in der Angermünder Region. Von hier oben genießt man einen herrlich weiten Blick auf das Welterbegebiet.

Wir sind alle Gäste im Wald

Wir freuen uns, dass Sie den Buchenwald Grumsin entdecken möchten. 

Bitte beachten Sie folgende Hinweise für einen für Mensch, Pflanze und Tier entspannten Waldgenuss.

  • Bitte bleiben Sie bei einer Wanderung immer auf den Waldwegen. Viele Waldbewohner, insbesondere die Winzlinge unter ihnen, werden es Ihnen danken.
  • Die Kernzone darf nur im Rahmen einer geführten Wanderung betreten werden.
  • Genießen Sie die Ruhe und seien Sie bitte ein stiller Beobachter. Viele Kraniche brüten sehr nahe an den Wegen.
  • Das Waldgebiet am Weltnaturerbe ist nicht barrierefrei. Eine durchschnittliche Fitness ist bei den längeren Wegstrecken und dem doch sehr hügeligen Gelände notwendig. Baumstämme müssen am Wildnispfad umgangen oder überstiegen werden.
  • Beobachten Sie das Wetter und seien sie passend gekleidet u.a. festes Schuhwerk. Bei Sturm oder Starkregen sollten Sie den Wald verlassen.
  • Beachten Sie die Waldbrandwarnstufen (Auskunft im Internet). Bei hoher Trockenheit leiden nicht nur wir Menschen, auch dem Wald macht Hitze und Trockenheit schwer zu schaffen. Nehmen wir ihm etwas Last ab und lassen ihn bei hohen Waldbrandwarnstufen in Ruhe. Eine Wanderung zu einem späteren Zeitpunkt wird er uns danken.

 

Angermünde − Weil Natur nicht gleich Natur ist

Zwei Nationale Naturlandschaften, deren Landschaftsformationen unterschiedlicher nicht sein könnten, umgeben die historische Altstadt – die Flussauenlandschaft des Unteren Odertals und die Schorfheide mit ihren sanften Hügeln, Wäldern und unzähligen Seen. Vor den Toren der Stadt liegen das UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin und das renaturierte Sernitz-Moor, bundesweit ein ökologisches Vorzeigeprojekt.

 

Gut eingebunden in das öffentliche Personennahverkehrsnetz ist Angermünde der ideale Ausgangsort, um die weite, wilde und dennoch kultivierte Uckermark zu entdecken. Jeder findet hier sein Naturglück, auf seine Art.

Naturlandschaften um Angermünde

Die Natur verstehen und lieben lernen. Diese Orte machen Spaß und schlau!

  • Der Reiz der Uckermark ist seine eiszeitlich geprägte Landschaft. Und was heißt das genau? Die Ausstellung "erfahrung Eiszeit" informiert.

    Mehr
  • Anfassen und Mitmachen! Die wilde Auenlandschaft der Oderniederung hautnah erleben und entdecken.

    Mehr
  • Im Zuge der Renaturierung des Sernitzmoors ist ein 2 km langer Moorerlebnispfad entstanden. Spannend und kindgerecht ...

    Mehr
  • Im Schau- und Vermehrungsgarten rekultiviert der VERN e.V. alte, vom Aussterben bedrohte Feld-, Gemüse- und Zierpflanzenkulturen.

    Mehr
  • Je mehr Sie über Flora und Fauna des Grumsins, seine Geschichte und Bedeutung kennen, desto intensiver wird das anschließende Naturerlebnis.

    Mehr
  • Das multimediale Informationszentrum des Naturschutzbundes Deutschland „Blumberger Mühle“ befindet sich vor den Toren von Angermünde. Es bietet den Besuchern eine besondere Natur- und Umweltausstellung. Auf dem Fahrrad, im Ruderboot, bei einem Gang über ein künstliches Moor, per Video oder Computer erfahren Sie auf abwechslungsreiche und spielerische Weise eine Menge über die Region. Ein sprechender Baum, der Geschichten aus seinem langen Leben erzählt, begeistert die Kinder. In der Naturerlebnislandschaft im Freigelände warten weitere Erlebnisse und Überraschungen. Ein großer Holzspielplatz, ein Labyrinth, Beobachtungsplätze und Aussichtstürme machen die Ausstellung auch für Kinder sehr reizvoll. Sie erleben hier ganz im Sinne des Leitspruchs der „Blumberger Mühle“ ein „Grünes Wunder“.

    Öffnungszeiten:
    April bis Oktober: Montag bis Sonntag 9.00 bis 18.00 Uhr
    November bis März: Samstag und Sonntag 10.00 bis 16.00 Uhr
    (innerhalb der Woche auf Anfrage)

    Eintritt:
    Erwachsene 4 EUR
    ermäßgt 3 EUR
    Kinder (4-14 J.) 1 EUR
    NABU-Mitglieder und Personen mit Wohnort im Stadtgebiet Angermünde frei
    Jahreskarten ebenso verfügbar!

    NABU-Informationszentrum Blumberger Mühle
    Blumberger Mühle 2
    16278 Angermünde
    Tel: 03331/ 26 04 0
    Fax: 03331/ 26 04 50
    blumberger.muehle@nabu.de
    www.blumberger-muehle.de  

    Mehr