Etappe 4 – Von Groß Pinnow nach Schwedt/Oder

 

17 km

Start: Groß Pinnow

Ziel: Schwedt/Oder

 

Von Groß Pinnow geht es am Waldrand und durch lichte Wälder Richtung Süden. Wir kommen nach Vierraden. Hier und in unserem vier Kilometer entfernten Tagesziel Schwedt begeben wir uns auf die Spuren der Hugenotten.

 

Mit den Hugenotten blühte der Tabakanbau auf

Die französisch-reformierten Glaubensflüchtlinge, vor Repressalien aus ihrem Heimatland geflohen, siedelten sich nach dem Edikt des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von 1685 auch in der nach dem 30-jährigen Krieg schwer verwüsteten Uckermark an. Durch sie gelangte nach den ersten erfolglosen Versuchen der Tabakanbau zur Blüte und die Region um Schwedt wurde neben der Pfalz und Baden zum größten deutschen Tabakanbaugebiet.

 

Schwedt − moderne Industriestadt und grüne Nationalparkstadt

Nach einem Stopp im Tabakmuseum und in der Kreuzkirche von Vierraden kommen wir nach Schwedt/Oder, der größten Stadt der Uckermark. Heute ist sie moderne Industriestadt mit Raffinerie und Papierfabriken und grüne Nationalparkstadt zugleich. Im „Europäischen Hugenottenpark“ im einstigen Schlossgarten machen wir einen Ausflug in die Geschichte und sehen unter anderem das Modell des einstigen Schlosses, die teilweise wiederaufgebauten, barocken Schlossgitter, Kopien historischer Sandsteinskulpturen, die Reste eines Lindenlaubengangs und alte Eiben.

 

Ankommen − Integrieren − Verändern

Diese Zeugnisse erinnern an die Zeit der Schwedter Markgrafen, einer Nebenlinie der Hohenzollern. Der „Hugenottenpark“ zwischen den Uckermärkischen Bühnen Schwedt (1978 am Standort des Schlosses errichtet) ist ein besonderer Erinnerungs- und Begegnungsort mit bau- und gartenkünstlerischen Elementen, die Themen wie „Ankommen“, „Integrieren“ und „Verändern“ transportieren.

 

Seinen Namen erhielt der Park anlässlich des Deutschen Hugenottentages, der 2005 in Schwedt stattfand. Die Markierung mit der gelben Muschel führt uns durch die Stadt, in der wir mit der einstigen französisch-reformierten Rundkirche (dem heutigen Berlischky-Pavillon) und der Mikwe mit Tempeldienerhaus auf weitere Spuren hugenottischen und jüdischen Lebens stoßen. Im Brauwerk Schwedt bekommen Sie mit dem „Karthäuser Kellerbier“ übrigens ein „Pilgerbier“ – in Erinnerung an die Karthäusermönche, die den Gerstensaft einst an die Oder gebracht haben sollen. Am Karthaus in Schwedt gab es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eine „Amtsbrauerei“.

 

Spirituelle Orte: Kreuzkirche Vierraden, in Schwedt: Stadtpfarrkirche St. Katharinen (wechselnde Ausstellungen, Konzerte), Kirche Mariä Himmelfahrt, Jüdischer Friedhof

 

Übernachtung Schwedt/Oder: Altstadtquartier; Turmhotel; centraHotel; Pension Stahr; Wassertouristisches Zentrum Schwedt

 

Essen und Trinken: div. Gastronomie Schwedt

 

Tipp: Aussicht von den Müllerbergen bei Blumenhagen; Vierraden: Tabakspeicher und Tabakmuseum (ein „Muss“ für jeden Wanderer), Tabakblütenfest Mitte August; Schwedt: Besteigung des Kirchturms von St. Katharinen; Besuch Museum mit Ritualbad und Tempeldienerhaus, Europäischer Hugenottenpark

 

Information: Tourist-Information Schwedt; Stadtmuseum Schwedt/Oder; Tabakmuseum Vierraden; Verlagsbuchhandlung Ehm Welk

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