Bild: Paul Hutchinson, affection, 2021. Copyright the artist and VG Bild-Kunst, Bonn, 2026. Courtesy the artist. Design: Laura Catania.
Aktuelle Ausstellung
„SP A C E D OU T“ auf Gut Kerkow:
After the City / Nach der Stadt
Gruppenausstellung auf Gut Kerkow
Die Großstadt steht seit jeher für Aufbruch, Selbstverwirklichung und die Freiheit, das eigene Leben neu zu entwerfen. Gerade für junge Menschen und insbesondere in queeren Lebensrealitäten gilt der Weg in die Stadt oft als Schritt in ein selbstbestimmtes Dasein. Popkulturell verdichtet wurde diese Erfahrung etwa in Bronski Beats berühmter Hymne „Smalltown Boy“ aus dem Jahr 1984: Der Protagonist verlässt die Provinz, um in der Großstadt er selbst sein zu können. Auch der französische Schriftsteller Édouard Louis beschreibt Paris in seinem autobiografischen Werk als Ort, an dem ein anderes, neues Ich jenseits sozialer und provinzieller Herkunft entstehen konnte.
Doch während solche Erzählungen das Verlassen der Provinz häufig mit einem radikalen biografischen Bruch verbinden, gewinnen ländliche Räume heute wieder an Attraktivität. Ruhe, Nähe zur Natur, bezahlbarer Wohnraum und neue mobile Arbeitsformen machen das Leben außerhalb der Metropolen für viele Menschen interessant – besonders für junge Familien. Gleichzeitig schreitet die Urbanisierung weiter voran. Stadt und Land stehen damit nicht nur einander gegenüber, sondern befinden sich in einem fortwährenden Austausch.
Vor diesem Hintergrund widmet sich die Gruppenausstellung „After the City / Nach der Stadt“ den vielfältigen Beziehungen zwischen urbanen und ländlichen Lebensräumen. Mit mehr als 50 Arbeiten von 18 Künstler*innen fragt sie danach, wie Identität, Macht, Raum und Natur neu verhandelt werden, wenn Stadt und Land nicht als Gegensätze, sondern als durchlässige, miteinander verbundene Systeme verstanden werden.
Ein thematisch passender Ort für diese Auseinandersetzung ist Gut Kerkow in der Uckermark. Landwirtschaft, regionale Produktion, Tourismus und die Nähe zur Metropole Berlin machen hier sichtbar, wie eng Stadt und Land miteinander verflochten sind. Die Ausstellung erstreckt sich über das Gelände des Gutes – darunter das Gutshaus, der ehemalige Kornspeicher und der neu angelegte Garten. Gezeigt werden Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie und Video. Ausgewählte Gut-Kerkow-Filialen in Berlin dienen zudem als satellitenartige Erweiterungen der Ausstellung und machen die Verbindung zwischen Metropole und Provinz auch räumlich erfahrbar.
„After the City / Nach der Stadt“ setzt in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Polarisierung ein Zeichen für Verbindung statt Abgrenzung. Die Ausstellung versteht Stadt und Land nicht als gegensätzliche Welten, sondern als unterschiedliche Lebensräume innerhalb einer offenen und inklusiven Gesellschaft. Der Titel verweist dabei auf reale und imaginierte Bewegungen zwischen Großstadtmüdigkeit, Landsehnsucht und der anhaltenden Anziehungskraft urbanen Lebens.
Ein Besuch auf Gut Kerkow lädt dazu ein, diese Spannungsfelder künstlerisch zu entdecken – und den Blick auf Stadt, Land und die Räume dazwischen neu zu schärfen.
Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist vom 13. Juli bis 04. Oktober 2026 täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.
Ausstellungseröffnung: 12. Juli 2026 um 13:00 Uhr
Karte
Kontakt
- Galerie "SP A C E D OU T", Greiffenberger Straße 8, 16278 Kerkow
- Tel.: 03331 / 26290
- spacedout@gut-kerkow.de
- www.spacedout.gut-kerkow.de
Tipp

Hofladen Gut Kerkow
Besuchen Sie im Untergeschoss auch den Hofladen mit eigenen Bio-Erzeugnissen und regionalen Produkten aus der Region.
