Bildrechte: Raphaël Fischer-Dieskau
„A City-Dweller’s Guide through Nature“
230x120x30cm, Keramik, Holzascheglasur 2022
Aktuelle Ausstellung
„SP A C E D OU T“ auf Gut Kerkow:
"Nach dem Wald…“
von Raphaël Fischer-Dieskau &
Nils Blau
Die Ausstellung
Mit Nach dem Wald … wird der Kornspeicher von Gut Kerkow zum Schauplatz einer eindringlichen, atmosphärisch dichten Ausstellung über das fragile Verhältnis von Mensch, Natur und Technik. Die Arbeiten von Raphaël Fischer-Dieskau und Nils Blau entfalten gemeinsam ein Szenario, das weniger eine Zukunftsvision als vielmehr ein Nachbild unserer Gegenwart ist: eine Welt, in der Natur nicht mehr selbstverständlich existiert, sondern rekonstruiert, simuliert und erinnert werden muss.
Die Ausstellung wird am 25. Januar 2026 um 13:00 Uhr eröffnet.
Der Ausstellungsraum wird dabei selbst Teil der Erzählung. Der historische Kornspeicher bildet den Resonanzraum für Installationen, Klänge und Skulpturen, die sich zwischen organischer Anmutung und technischer Konstruktion bewegen und Besucherinnen und Besucher unmittelbar in ein post-natürliches Umfeld hineinziehen.
Zentrales Motiv: Der Wald nach dem Verlust
Im Zentrum der Ausstellung steht eine großformatige Installation von Raphaël Fischer-Dieskau: ein brennender Baum, der den Raum dominiert. Dieser Baum ist kein gewachsenes Wesen, sondern ein zusammengesetztes Konstrukt – gehalten von Metallstangen, Kabeln und Apparaturen. Schwarze, knorrige Äste ragen aus einer offenliegenden technischen Struktur, während rotes LED-Licht in den Astgabelungen glüht und feiner Wasserdampf den Eindruck von Rauch erzeugt.
Was aus der Distanz wie eine Momentaufnahme einer Katastrophe wirkt, offenbart sich bei näherem Hinsehen als kontrollierte Simulation. Der Baum wird zur Chimäre – halb Naturkörper, halb Maschine – und stellt die zentrale Frage der Ausstellung: Was bleibt vom Wald, wenn er nur noch technisch stabilisiert, rekonstruiert oder erinnert werden kann?
Klang als Ausstellungsraum
Die visuelle Installation wird von einer akustischen Ebene durchzogen. Vogelstimmen legen sich wie eine unsichtbare Schicht über den Raum und prägen maßgeblich die Wahrnehmung der Ausstellung. In Concerto for Extinct Birds verwendet Fischer-Dieskau ausschließlich Tonaufnahmen von zehn ausgestorbenen Vogelarten.
Die Struktur orientiert sich an einem Konzert: Der Kaua‘i o‘o, ein ausgestorbener Vogel der Insel Kaua‘i, übernimmt die Rolle des Solisten, während die zeitliche Abfolge der Rufe erhalten bleibt. Der Klangraum macht Abwesenheit hörbar und verwandelt den Kornspeicher in ein akustisches Denkmal für verlorene Arten und verschwundene Klanglandschaften.
Skulpturale Eingriffe – Arbeiten von Nils Blau
Die keramischen Arbeiten von Nils Blau erweitern die Ausstellung um eine körperliche, skulpturale Dimension. Seine Objekte erinnern an natürliche Formen wie Korallenpolypen, Pilzlamellen, Samen oder parasitäre Pflanzenstrukturen. Gleichzeitig irritieren sie durch ihre Materialität und ihre künstliche Präzision.
In der Ausstellung wirken Blaus Skulpturen wie Relikte oder hybride Organismen aus einer unbestimmten Zeit. Ihre Oberflächen simulieren Natürlichkeit, erzeugen jedoch eine subtile Fremdheit. Zwischen Vertrautheit und Irritation verhandeln die Arbeiten die Grenze zwischen organischer Form und menschlicher Konstruktion und machen die Fragilität vermeintlich „natürlicher“ Systeme sichtbar.
Zusammenspiel der Positionen
Nach dem Wald … lebt vom bewussten Zusammenspiel beider künstlerischer Positionen. Klang, Licht, Raum, Skulptur und Materialität greifen ineinander und erzeugen eine vielschichtige Ausstellungserfahrung. Die Werke ergänzen sich nicht illustrativ, sondern verdichten sich zu einem gemeinsamen Narrativ über Verlust, Erinnerung und die Illusion von Natürlichkeit in einer vom Menschen geprägten Welt.
Die Ausstellung lädt vom 26. Januar 2026 bis 12. April 2026 dazu ein, sich Zeit zu nehmen, zuzuhören, genau hinzusehen und die eigene Wahrnehmung von Natur zu hinterfragen – nicht als idyllisches Gegenüber, sondern als etwas zutiefst Fragiles und Konstruiertes.
Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist vom 26. Januar 2026 bis 12. April 2026 täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.
Ausstellungseröffnung: 25. Januar 2026 um 13:00 Uhr
Karte
Kontakt
- Galerie "SP A C E D OU T", Greiffenberger Straße 8, 16278 Kerkow
- Tel.: 03331 / 26290
- spacedout@gut-kerkow.de
- www.spacedout.gut-kerkow.de
Tipp

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