Angermünde entdecken

Angermünde – Altstadt mitten in der Natur

Angermündes historischer Stadtkern liegt direkt am Mündesee. Der liebenswerte Charme der einstigen Ackerbürgerstadt zeigt sich in seinen historischen Bauwerken wie dem Franziskaner Kloster, die Stankt Marienkirche mit der wertvollen Wagnerorgel, dem barocken Rathaus, kleinen engen Gassen, liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern und romantischen Höfen. Der Stadtkern ist umgeben vom Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und dem Nationalpark Unteres Odertal. Hier in der Natur befinden sich die 23 Ortsteile der Stadt die Ruhe und Entspannung bieten.

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KetzerAngermünde

KetzerAngermünde, so wurde die Stadt im Mittelalter genannt. Zu dieser Zeit  siedelten die Waldenser, eine religiöse Erneuerungsbewegung aus Südfrankreich, in Angermünde. Als Abweichler von der römisch-katholischen Kirche waren sie nicht gern gesehen aber geduldet. Als die Mark Brandenburg mit dem Kirchenbann belegt war, wollte der Markgraf von Brandenburg seine Glaubenstreue unter Beweis stellen und lies die Waldenser als Ketzer verfolgen. So wie dieser Teil der Geschichte prägen viele historische Ereignisse die Entwicklung der Stadt – die Entstehung von Handelsstraßen, der Dreißigjährige Krieg, Stadtbrände und die Eisenbahnlinie Berlin – Stettin. Im Franziskaner Kloster befindet sich eine Ausstellung zur Stadtgeschichte. Zu erleben ist die Historie auch bei Stadtführungen oder mit dem „Stummen Stadtrundgang“.

Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Südwestlich vom historischen Stadtkern Angermünde befindet sich das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Die hier vorherrschende sanft hügelige Landschaft ist gezeichnet von den Gletschern der letzten Eiszeit vor 10.000 bis 15.000 Jahren. Ausgedehnte Wälder und eine weite Offenlandschaft durchzogen von zahlreichen Seen, Söllen und Fließen bieten einen einzigarteigen Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten. Die Schorfheide ist bekannt für Ihren Wildreichtum und seit Jahrhunderten ein beliebtes Jagdgebiet. In der natürlichen Struktur der Wälder brühten Schwarzstorch, See- und  Fischadler. Im Frühjahr, wenn der Schnee die Schorfheide verlässt, sind die Rufe der Wildgänse und Kranich weit über das Land zu hören und man kann die Vögel in der Feldmark entdecken. Das NABU-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle ist ein idealer Ort um an den Fischteichen und im Freigelände Tiere zu beobachten, ihre Spuren zu entdecken oder in der Ausstellung Wissenswertes über das Schutzgebiet zu erfahren. Zum Radfahren und Wandern gibt es in der Schorfheide unzählige Möglichkeiten. Der Uckermärkische Radrundweg und der Märkische Landweg führen durch das Gebiet. Im  Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin wird auf nachhaltiges und naturverträgliches Wirtschaften wertgelegt. So existiert neben den streng geschützten Naturgebieten an vielen Orten eine nachhaltige Landwirtschaft mit biologisch und ökologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieben. Hofläden und Bauernmärkte bieten regionale Produkte an.

Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin

Der Buchenwald Grumsin gehört zum Weltnaturerbe Alte Buchenwälder Deutschlands. Die UNESCO-Kommission hat 2011 dem bestehenden Buchenurwald-Erbe der Welt in den Karpaten auch diesen deutschen Anteil hinzugefügt.  Anlass für seine Aufnahme ins Weltnaturerbe ist das außergewöhnliche Oberflächenrelief, mit seinen tiefen Senken, Rinnen und schroffen Höhenzügen die an Mittelgebirge denken lassen. Die enormen Kräfte der letzten Eiszeit  haben die Landschaft so geformt.  Der Buchenwald ist hier vielfach durchbrochen von zahllosen kleinen und größeren Mooren und Erlenbrüchen, die Raum für eine große Zahl von Tieren und Pflanzen bieten. Ungestörtheit und Weitläufigkeit des Waldes bieten Seeadler, Kranich und Schwarzstorch eine Heimat, seltene Orchideen finden ihren sehr speziellen Standort ebenso wie die Sumpfcalla oder das Torfmoos. Der Buchenwald Grumsin ist das größte Naturentwicklungsgebiet des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin. Seit über 20 Jahren wird die Kernzone des Waldes nicht mehr bewirtschaftet und zeigt bereits Zeichen für den Beginn einer natürlichen Waldentwicklung. Wer die besondere Umgebung des Weltnaturerbes Buchenwald Grumsin erkunden möchte oder mit einem speziellen Führer die sonst nicht zugänglichen Naturentwicklungsgebiete erleben möchte, kann sich fachkundig führen lassen oder auf den Wanderwegen die Natur genießen.

Nationalpark Unteres Odertal

Der Nationalpark Unteres Odertal grenzt östlich an den historischen Stadtkern Angermünde. Das schmale Tal erstreckt sich an der deutsch-polnischen Grenze auf ca. 60 Kilometern von Hohensaaten über das Angermünder Gebiet bei Stolpe bis Szczecin (Stettin). Die Oder und die künstlich erschaffene Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße prägen das Gebiet zu einer einmaligen Flussauenlandschaft mit alten Wasserarmen der Oder, kleinen Fließen, Polderwiesen und Auenwäldern. Die Niederung wird gesäumt von den schroffen Oderhängen - von Grund- und Endmoränen der Weichseleiszeit. Der Nationalpark ist ein Paradies für Vogelbeobachtungen. Im Herbst und im Frühjahr ziehen ca. 200.000 Wasservögel durch die Oderniederung. Empfehlenswert ist eine geführte Kanutour durch die urwüchsigen Altwasserarme.  An den Uferzonen der Altwasser blühen Wasserpflanzen, bedecken Schwimmfarne die Wasseroberfläche, sind bunte Feuchtwiesen und vielleicht auch der Fischotter zu entdecken. Mit dem Rad lässt sich das Untere Odertal auf dem Oder-Neiße-Radweg und ca. 120 Kilometer Deichwegen durch die Polderwiesen ebenso gut „erfahren“. Eine Wanderung beginnt man am besten in Stolpe. Der Blick vom Stolper Turm, dem „Grützpott“, über das Untere Odertal stimmen auf den Fußmarsch ein.



Das Land von Ehm Welks „Heiden“

Der Roman „Die Heiden von Kummerow“ spielt in dem uckermärkischen Dorf Biesenbrow. Hier ist  Ehm Welk geboren. Es sind die Geschichten seiner Kindheit um den Kuhhirten Krischan, Pastor Breithaupt und die heidnischen Traditionen, die er liebevoll beschreibt. Bei einem Urlaub im „Heidenland“ ist noch ein winziger Hauch von Ehm Welks Geschichten zu spüren. Alljährlich Ende August findet die „Völkerwanderung“ statt, auf der die Romanszenen von Kindern des Dorfes nachgespielt werden. Bei einem Spaziergang durch Biesenbrow sind die Orte der Romanhandlung zu entdecken. Silhouetten der Romanhelden und Beschreibungen auf Emailletafeln kennzeichnen den Rundgang (ab Mai 2014). Der Landkulturverein Biesenbrow „ Die Erben von Kummerow“ e.V. bietet Führungen durch Biesenbrow und Lesungen an. Das Ehm Welk- und Heimatmuseum zeigt eine Ausstellung über den Schriftsteller und Journalisten.                                                                                              
Der Heidenwanderweg führt durch eine Landschaft, die der Schriftsteller in „Mein Land das ferne leuchtet“ so beschreibt: „Dort oben, wo die Uckermark ihre nördlichste Spitze weit ins vorpommersche Gebiet vorstößt und an ihrer rechten Flanke ein Bruch mit nach Norden zieht, liegt mein Land: eine meilenweite, rechteckige Schale, deren saatengrüner Boden auf der östlichen Längsseite vom schwarzen Rand eines Höhenzuges, auf der Westseite von hohen Wäldern eingefasst ist und deren Schmalseiten im Süden und Norden die Ferne als samtenes Blau aufwellen lassen. Der silberne Zierrat der Bäche, Teiche und Seen und das Riesenkinderspielzeug in Gestalt der kleinen Dörfer, ackernden Bauern und weidenden Herden liegt auf dem grünen Grund der Schüssel.“

Ein Tipp: Nach der Wanderung einen Grillabend mit Heidenbrot oder den Videofilm „Die Heiden von Kummerow und ihre lustigen Streiche“ von 1967 mit Theo Lingen und Paul Dahlke ansehen.